Werthaltiges Wissen: Positives Denken

Rechtsanwälte schreiben viel und meist versteht man wenig. Wenn sie allerdings mal über etwas Nichtjuristisches berichten, kann es schon interessanter werden. Unser Referent

Patrick v. Heyden befasst sich mit der alltäglichen Frage des positiven Denkens und tut dies in durchaus leicht konsumierbarer Form. Wir fanden das lesens- und teilenswert:

Werthaltiges Wissen: Positives Denken

Psychotherapeuten geben Menschen Tipps, wie man zu positiverem Denken kommt. Zum Beispiel sollte man 20 positive Eigenschaften aufschreiben, die man an sich selbst mag und diese Liste zu Hause an die Wand hängen. Wenn man sie täglich sieht erhöht das die positive Grundeinstellung und hebt das Selbstvertrauen.

Klingt gut. Wer spontan nicht 20 Eigenschaften zusammenbringt, sollte nicht verzagen. Denn die Liste lässt sich auch über mehrere Tage erstellen, gelegentlich fällt einem ja manchmal erst im Nachhinein noch etwas ein. Wer dauerhaft unter 5 bleibt, sollte vielleicht mal Urlaub machen oder einen Profi aufsuchen. Wer spontan über 50 gute Eigenschaften von sich selbst auflisten kann, hat kein Problem mit positivem Denken. Die Grenze zur Selbstüberschätzung ist dann allerdings fließend. Eine zweite ergänzende Methode besteht darin, sich abends 5-10 gute Dinge aufzuschreiben, die man am Tag erlebt oder erfahren hat.

Beide Methoden sollen einem dabei helfen, den Blick für die eigenen Fähigkeiten und die positiven Dinge im Allgemeinen wieder zu erlangen. Bei Pessimisten hat sich das Angstdenken zu breit gemacht. Das bezieht sich nicht nur auf die eigenen Fähigkeiten, sondern auch auf die externen Entwicklungen, auf die man keinen Einfluss hat. Wer ständig davon ausgeht, dass alles ohnehin nichts wird, setzt sich nicht richtig ein und sendet auch entsprechende Signale an die Umwelt. Wird es dann am Ende doch etwas, nimmt der Pessimist das eher als zufällig glückliche Fügung wahr. Er lernt nicht daraus, beim nächsten Mal vielleicht etwas zuversichtlicher zu sein und auf sich und das Leben zu vertrauen.

Es scheint also alles eine Frage des Blickwinkels zu sein. Ein wirklich positiv Denkender nimmt an, dass sich alles im Leben so oder so zum Guten wenden wird und sieht in allem auch einen Vorteil. Fehlentscheidungen, Niederlagen und Misserfolge werden gar nicht erst als solche wahrgenommen, sondern als gelernte Erfahrung und Basis für eine gute Zukunftsperspektive gesehen. Werden die eigenen Erwartungen nicht erfüllt, so sieht der Optimist die Dinge, die sich daraus anderweitig ergeben haben. Sprich, die Türen, die aufgegangen sind und nicht die, die sich geschlossen haben. Das klingt sehr idealistisch. Viele Menschen werden nicht in der Lage sein, durchgehend eine solche Haltung zu zeigen. Eine gelegentliche Selbstreflexion in Sachen positives Denken kann aber dennoch einiges bewirken.

Bildlich gesprochen:

Wer einen Berg besteigen will und schon vorab Zweifel hat, ob das überhaupt zu schaffen ist, hat gute Chancen, tatsächlich zu scheitern. Aus mentalen Gründen, mangels Selbstvertrauen und, als Folge daraus, auch aus physischen Gründen. Denn wer sich nichts zutraut, bringt auch körperlich nicht die volle Leistung. Der Pessimist wird bei erster Gelegenheit umkehren. Dieses Erlebnis wird dann unter der Rubrik „ich hab es ja gewusst“ archiviert. An diesem Berg wird man sich dann auch kein zweites Mal versuchen. Gelingt die Besteigung hingegen, so hat man „Glück“ gehabt und wird sich beim nächsten Berg wieder in Selbstzweifeln ergehen.

Der Optimist glaubt hingegen an das Erreichen des Gipfels. Er ist dadurch motiviert und wird alles aus sich herausholen. Unerwartete Schwierigkeiten und Widerstände während der Besteigung versucht er nach Möglichkeit zu überwinden. Gelingt dies dennoch nicht, so hat er alles gegeben und verbucht die Umkehr nicht als Scheitern. Einem Zweitversuch steht damit nichts entgegen. Erreicht er den Gipfel, so ist es sein Erfolg und das bestätigt ihn in der vorherigen positiven Einstellung.

Dabei geht es nicht um die Frage, wie man unrealistische Ziele erreichen kann. Diese sollten immer vor dem Hintergrund der eigenen und äußeren Möglichkeiten gesetzt werden. Aber bei der Bewertung der Möglichkeiten schadet es nicht, über das Bisherige hinaus zu gehen und die Latte immer ein wenig höher zu setzen.

Die meisten Menschen wachsen mit ihren Aufgaben. Den Aufgaben, die sie sich selbst setzen und denen, die von außen kommen. Eine ebenso banale wie täglich bestätigte Erkenntnis. Es kommt nur darauf an, was man aus dieser Erkenntnis macht. Positiv zu denken, hilft.

Wer mehr von Patrick v. Heyden lesen möchte, wird hier fündig

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